Darmspiegelung – Koloskopie
Sie kommen zur Darmkrebsvorsorge oder wenn Beschwerden vorliegen die an eine Darmerkrankung denken lassen. Sie lassen sich einen Termin geben für ein Vorgespräch mit einer Aufklärung über die Untersuchung und die Vorbereitung. Am Tag vor der Untersuchung entleeren Sie den Darm durch Trinken einer Lösung und reichlich zusätzlicher Flüssigkeit. Sie kommen morgens nüchtern zur Untersuchung die etwa 15 – 20 Minuten dauert. Wenn Sie es wünschen können Sie während der ganzen Untersuchung schlafen und spüren nichts. Es werden Gewebeproben mit einer kleinen Zange entnommen oder es werden Gewächse mit einer elektrischen Schlinge abgetragen, wenn die Fragestellung dies erfordert und keine erhöhte Blutungsneigung bei Ihnen vorliegt. Das Ergebnis erfahren Sie unmittelbar nach der Untersuchung. Das Ergebnis der Gewebeproben dauert 1-2 Tage länger.
Die Fragestellung
Die Darmspiegelung als Maßnahme der Vorsorge wird von den gesetzlichen Krankenkassen ab dem 55. Lebensjahr bezahlt bei Menschen die keine Beschwerden haben. Ansonsten wir die Darm- spiegelung durchgeführt bei
- Durchfall
- Verstopfung
- Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung
- Blut im Stuhl
- Bauchschmerzen
- Gewichtverlust
- Blutarmut
Dabei geht es um die Frage ob eine Entzündung oder ein Tumor als Ursache der Beschwerden vorliegen.
Die Vorbereitung
Vor der Untersuchung bekommen Sie einen Aufklärungsbogen Koloskopie auf dem Sie über den Ablauf der Untersuchung informiert werden und ihr Einverständnis durch eine Unterschrift dokumentieren. In einem Arztgespräch können Sie Ihre Fragen ansprechen bevor die Untersuchung durchgeführt wird. Außerdem bekommen Sie einen Aufklärungsbogen Sedierung auf dem Sie festlegen können ob Sie die Untersuchung in wachem Zustand oder im Schlaf haben möchten damit auch diese Frage vor der Untersuchung geklärt ist.
Der Dickdarm muss sauber sein damit eine gute Sicht vorliegt. Dazu wird am Tag vor der Untersuchung eine Flüssigkeit getrunken die aus einem über die Apotheke bezogenen Arzneimittel hergestellt wird. Diese Flüssigkeit wird in einer Portion am Vormittag und in einer Portion am Nachmittag getrunken und anschließend wird reichlich freie Flüssigkeit nach eigenem Wunsch und nach eigener Wahl getrunken. Dabei kommen alle klaren Flüssigkeiten in Betracht einschließlich Mineralwasser, Fruchtsäften, Tee, klare Bouillon oder auch eine Tasse Kaffee oder ein Glas Bier. Am Tag der Vorbereitung werden regelmäßig verabreichte Medikamente so eingenommen wie immer. Ziel ist die Reinigung des Darmes über den Tag hinweg bis zum Abend, In der Nacht können Sie dann ungestört schlafen und kommen morgens nüchtern zur Darmspiegelung. Es wird eine Kunststoffkanüle in eine Armvene gelegt über die dann bei Bedarf und auf Ihren Wunsch hin eine Sedierung verabreicht werden kann. In diesem Falle spüren Sie von der Untersuchung nichts weil Sie schlafen.
Die Untersuchung
Das flexible Endoskop wird vom Darmausgang über die Darmschlingen durch die ganze Länge des Dickdarmes geschoben. Das sind in der Regel 1,0 – 1,5 m bis zu der Stelle an der der Dünndarm in den Dickdarm mündet. Wenn ein auffälliger Befund zu sehen ist werden Gewebeproben mit einer Zange entnommen. Wenn ein Polyp größer als 5 mm gefunden wird ist eine Abtragung mit einer elektrischen Schlinge erforderlich damit untersucht werden kann ob das Gewebe gutartig oder bösartig ist. Gegebenenfalls wird die Abtragungsstelle in einer Flüssigkeit unterspritzt um dadurch das Risiko der Verletzung der Darmwand mit anschließender Operation oder das Risiko einer Blutung zu mindern. Die Untersuchung dauert in der Regel 15- 20 Minuten. Wenn Sie eine Sedierung gewünscht haben werden Sie nach der Untersuchung rasch wieder wach sein und Ihren Alltag bewältigen können. Von juristischer Seite ist aber über 24 Stunden Dauer das selbstständige führen von Fahrzeugen oder die Bedienung von Maschinen untersagt.
Die Komplikationen
Sehr selten kann es durch die Gabe der Luft in den Darm oder als Folge der Sedierung zu Störungen der Atemtätigkeit oder der Herzkreislauffunktion kommen. In diesem Falle sind medizinische Notfallmaßnahmen erforderlich die in jedem Untersuchungsraum vorgehalten werden sowohl was die medikamentöse Ausstattung als auch die apparative Ausstattung und die Sachkenntnis des Arztes anbelangt. Selten kann es durch die Einwirkung des Endoskopes zu einer Verletzung der Darmwand oder bei Entfernung von Gewächsen auch zu einer Blutung kommen. In diesem Fall ist eine stationäre Behandlung und wenn nötig eine Übernähung durch den Chirurgen erforderlich. Deshalb sollten Sie dem Arzt beim Aufklärungsgespräch mitteilen, ob bei Ihnen eine Blutungsneigung oder andere medizinische Besonderheiten zu berücksichtigen sind. Eine solche Komplikation wird in der Literatur mit einem Fall auf 3000 auf 5000 Koloskopien angegeben und in meiner persönlichen Statistik der letzten 20 Jahre liegt diese Komplikationsrate bei einem Fall auf 10.000 durchgeführten Untersuchungen. |